Ernährungsmedizin

Zu den Hauptbeschäftigungsfeldern der Klinik gehört die Behandlung von Mangelernährung. Die enterale und parenterale Ernährungstherapie erfolgt leitliniengerecht und beinhaltet das Überleitungsmanagement zur heimenteralen- bzw. heimparenteralen Ernährung. 

Patienten und Patientinnen mit Diabetes mellitus werden ebenfalls nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen behandelt und geschult.

Sie befinden sich hier:

Ernährungsmedizinische Betreuungsmöglichkeiten

Die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie bietet stationär eine Vielzahl ernährungsmedizinischer Betreuungsmöglichkeiten an, die ein breites Spektrum von Ernährungs- und Diätberatungen und das Angebot von Wunsch- und Sonderkostformen beinhalten. Darüber hinaus schult und informiert eine speziell ausgebildete Diätassistentin Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus nach den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Ein spezieller Schwerpunkt der Abteilung ist die Erkennung und Behandlung der Mangelernährung, die als Folge von akuten oder chronischen Erkrankungen entstehen kann. Davon sind in Deutschland 20-40% der Patientinnen und Patienten im Krankenhaus betroffen. Die Untersuchungen werden nach international anerkannten Kriterien auf Zeichen einer Mangelernährung durchgeführt. Wird das Risiko einer Mangelernährung festgestellt, werden individuell angepasste Maßnahmen getroffen. Zum Standardangebot gehört die Messung der Körperzusammensetzung mit der Bioelektrischen Impedanzmessung (BIA). Damit werden sonst unauffällige krankheitsbedingte Verluste an Muskelmasse frühzeitig erkannt, so dass geeignete Gegenmaßnahmen empfohlen werden können.

Patienten und Patientinnen, die sich bereit erklären, an wissenschaftlichen Untersuchungen teilzunehmen, können den Nutzen aus einem noch größeren Angebot an ernährungsmedizinischen Untersuchungen ziehen. Zum Beispiel gibt die indirekte Kalorimetrie Aufschluss über den Grundumsatz, also derjenigen Menge an Kalorien, die der Körper im Ruhezustand verbraucht. Dieser ist oft durch die Krankheit selbst verändert. Muskelfunktionstests, wie die Handkraftmessung, Messung der Kniestreckung und Hüftbeugung geben weiteren Aufschluss über mögliche krankheitsbedingte Veränderungen.

Im Rahmen einer Erkrankung kann für einen kürzeren oder längeren Zeitraum eine Ernährung über Sonden (enterale Ernährung) oder über Infusionen (parenterale Ernährung) notwendig sein. Hier verfügt die Klinik über jahrzehntelange und international anerkannte Erfahrung. Sehr selten ist es für Patienten und Patientinnen notwendig, die enterale oder parenterale Ernährung zu Hause weiter zu führen. In diesem Fall werden von einer speziell ausgebildeten Diätassistentin fachgerechte Schulungen durchgeführt und die organisatorischen Aspekte der Heimernährung vor der Entlassung geregelt. 

Bewertungsmethoden

Das Risiko oder Vorliegen einer Mangelernährung wird mit einfach anzuwendenden Screening-Methoden wie dem Malnutrition Universal Screening Tool (MUST), dem Nutritional Risk Screening (NRS) oder dem Subjective Global Assessment (SGA) durchgeführt. Für ältere Patienten und Patientinnen steht das Mini Nutritional Assessment zur Verfügung. Außerdem gibt es die Möglichkeit eines tiefer gehenden Ernährungs-Assessment, wofür je nach Fragestellung die folgenden Methoden Anwendung finden.

Die Körperzusammensetzung wird sowohl mit anthropometrischen Messungen (Umfänge, Hautfaltendicken) als auch mittels der Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) bestimmt. Die Auswertungen geben einen Hinweis auf den Anteil Körperzellmasse, der extrazellulären Masse und Fettmasse am Körpergewicht.

Zur Berechnung der Energiebilanz ist es notwendig, sowohl die Energiezufuhr als auch den Energieverbrauch zu bestimmen. Zur Messung des individuellen Ruheenergieumsatzes wird eine indirekte Kalorimetrie durchgeführt, bei der der Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxidproduktion gemessen werden. Die Energie- und Nährstoffzufuhr wir mittels Ernährungsprotokoll oder Diet History ermittelt und mit einer Ernährungssoftware ausgewertet. Zur Messung der körperlichen Aktivität stehen spezielle Armbänder zur Verfügung, die im häuslichen Umfeld eingesetzt werden.

Zur Untersuchung des funktionellen Zustands stehen zum Teil apparative Methoden zur Verfügung wie beispielsweise die Handkraftdynamometrie für die Messung der Muskelfunktion der oberen Extremitäten sowie die Knieextension und Hüftbeugung für die Messung der Muskelfunktion der unteren Extremitäten. Die kognitive Funktion wird teils apparativ (Flimmertest, Cognitrone) und teils mit klassischen psychometrischen Testverfahren untersucht.

Des Weiteren werden verschiedenste validierte Fragenbogentechniken angewandt zur Untersuchung der Lebensqualität (SF-36, QLQ-30, IBDQ, BFI) und der körperlichen Aktivität und des Leistungsstatus (IPAQ, ECOG, IADL) sowie zur Ermittlung von Angst und Depression (CES-D, STAI).

Untersuchungen zur Permeabilität (Durchlässigkeit) des Magen-Darm-Traktes ergänzen das Untersuchungsspektrum. So wird nach etablierten Methoden Saccharose zur Messung der Magenpermeabiliät, Lactulose und Mannitol zu Messung der Dünndarmpermeabilität und Sucralose zur Messung der Dickdarmpermeabilität eingesetzt. Nach Trinken der entsprechenden Zuckerlösungen wird die Konzentration der Zucker im Urin mittels HPLC gemessen.