Das Bild zeigt einen Arzt, der bei einer jungen Patientin eine Augenuntersuchung durchführt.

Gastroenterologische Funktionsdiagnostik

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Gastroenterologische Funktionsdiagnostik

Atemtests

Diese Untersuchungen erlauben es, ohne nennenswerte Belastungen (insbesondere keine Strahlenbelastung) oder Risiken für den Patienten und die Patientin eine Reihe verschiedener Veränderungen im Verdauungstrakt nachzuweisen.

H2-Atemtests zur Untersuchung der:

  • Kohlenhydratintoleranz
  • Bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms
  • Orozökalen Transitzeit

Durch die angebotenen H2-Atemtests lassen sich bestimmte Störungen der Verdauung und Aufnahme von Nahrungsbestandteilen (z.B. Milchzucker, Fruchtzucker) im Dünndarm nachweisen. Darüber hinaus gibt der H2-Atemtest mit Glukose (Traubenzucker) Hinweis auf das Vorliegen einer Fehlbesiedlung des Dünndarms mit Bakterien. Bei diesen Tests werden nach Einnahme der ungefährlicher Testsubstanzen (z. B. Laktose, Fruktose, Glukose) Atemgasproben gewonnen. Die Patienten und die Patientinnen pusten dazu zu festgelegten Zeitpunkten in spezielle Teströhrchen. Es ist hierbei also eine aktive und genaue Mitarbeit von Seiten der Patienten notwendig.

Druckmessungen

  • der Speiseröhre (Ösophagusmanometrie)
  • anorektale Druckmessung und Beckenboden-EMG
  • anorektales Biofeedbacktraining

Druckmessung der Speiseröhre (Ösophagusmanometrie)

Diese Untersuchung erlaubt die Beurteilung der Funktionen des Verschlussmuskels am unteren Ende der Speiseröhre (unterer Sphinkter), der Speiseröhre selbst und des oberen Ösophagussphinkters. Dazu wird mit Hilfe einer dünnen Messsonde, die über die Nase in die Speiseröhre platziert wird, eine Druckmessung in der Speiseröhre (Ösophagus) durchgeführt.

Anorektale Druckmessung und Beckenboden-EMG

Mit Hilfe dieser Untersuchung wird die Funktion des anorektalen Verschlussapparates bei Patienten und Patintinnen mit Stuhlinkontinenz und Stuhlentleerungsstörungen beurteilt.

Hierzu wird eine Sonde in den Enddarm eingeführt, mit deren Hilfe der Druck des Schließmuskels in Ruhelage und bei verschiedenen Manövern (Kneifen, Husten, Pressen) dargestellt werden kann. Darüber hinaus kann eine Bestimmung der Wahrnehmungsschwellen im Enddarm vorgenommen werden. Bei bestimmten Fragestellungen wird diese Untersuchung durch ein Oberflächen-EMG (Elektromyographie) ergänzend. Hierbei wird unter Verwendung eines entsprechenden Sensors die eigene elektrische Aktivität und Aktivierbarkeit des Beckenbodens analysiert.

Anorektales Biofeedbacktraining

Als Behandlungsansatz zur Verbesserung der Funktion des analen Schließmuskels bei Stuhlinkontinenz oder Stuhlentleerungsstörungen kann ein Biofeedbacktraining verordnet werden.

Je nach vorliegender Problematik wird entweder die Kraft des Beckenbodens oder Koordination bei Stuhlentleerung trainiert. Diese Methode bedient sich ähnlich dem oben beschriebenen Oberflächen-EMG der Ableitung der elektrischen Aktivität des Beckenbodens in Ruhe und bei verschiedenen Manövern (Kneifen, Pressen). Der Patientin oder dem Patienten wird über eine Leuchtanzeige der Effekt des Manövers rückgekoppelt ("Biofeedback"). Ggf. wird zur Kräftigung des inneren analen Schließmuskels ergänzend Elektrostimulation angewendet.

pH-Metrie

Mit Hilfe dieser Untersuchung wird das Ausmaß der in der Speiseröhre oder im Magen befindlichen Säure über einen Zeitraum von etwa 24 Stunden bestimmt. Es wird hierzu eine dünne Messsonde über die Nase in die untere Speiseröhre oder in den Magen platziert. Während der Messzeit sind die Patienten und die Patientinnen mobil, und alltägliche Verrichtungen wie Essen, Trinken, Spazierengehen usw. können problemlos durchgeführt werden.

Alternativ wird in der Klinik für Hepatologie und Gastroenterologie die Säuremessung in der Speiseröhre auch als drahtlose Funk-pH- Metrie (BRAVO®-System der Fa. Medtronic) angeboten. Hierbei wird im Rahmen einer Magenspiegelung ein Funksensor in die Speiseröhre eingebracht, der bis zu 48 Stunden den pH- Wert in der Speiseröhre ermittelt und an ein externes Aufzeichnungsgerät sendet. Der Sensor löst sich nach 3-4 Tagen selbständig von der Speiseröhre und wird ausgeschieden.