AG Chronisch-entzündliche Gallengangserkrankungen

Die Arbeitsgruppe Chronisch-entzündliche Gallengangserkrankungen befasst sich mit der Pathogenese chronisch-entzündlicher Gallengangserkrankungen auf der Ebene der biliären Epithelzellen (Cholangiozyten), die nicht mehr länger als rein passives Ziel einer mutmaßlich autoimmunen Entzündungsreaktion angesehen werden, sondern selbst als potente Effektorzellen zur Progredienz der chronischen Entzündungsreaktion beitragen.

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Forschungsschwerpunkte

Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC), die Immunoglobulin G4 (IgG4)-assoziierte Cholangitis (IAC) und die primär biliäre Cholangitis (PBC) stellen die wichtigsten Manifestationen chronisch-entzündlicher Gallengangserkrankungen dar. Die PSC zeichnet sich durch eine abnormale Proliferation und fortschreitende Sklerosierung der intra- und extra-hepatischen Gallengänge aus. Bei bis zu 80% aller PSC Patienten tritt die PSC in Assoziation mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auf, was eine pathogene Interaktion des Darms mit der Leber nahelegt. Hierbei könnten insbesondere abnorme angeborene Toll-like Rezeptor (TLR)-vermittelte Immunreaktionen auf sogenannte intestinale "pathogen-associated molecular patterns" (PAMPs) auf Ebene der biliären Epithelzellen eine wichtige Rolle spielen. Intestinale PAMPs gelangen sowohl über das Pfortaderblut als auch über die Gallengänge selbst in die Leber und sind auch unter physiologischen Bedingungen in der Galle nachweisbar.

Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt hier vor allem in der Untersuchung der TLR-vermittelten angeborenen Immunantwort und der tight junction-vermittelten Barrierefunktion des biliären Epithels sowie in der translationalen Korrelation unserer experimentellen Daten mit unserer gut charakterisierten klinischen Datenbank im Rahmen unserer etablierten nationalen und internationalen Kooperationen.

Leitung

PD Dr. med. Tobias Müller

Leitender Oberarzt Campus Virchow-Klinikum (CVK)

Mitarbeiter